SET Pilot

Dynamische Netzentgelte

Die zunehmende Verbreitung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen und moderner Energiemanagementsysteme eröffnet zusammen mit dem Smart Meter-Rollout neue Möglichkeiten: Durch dynamische Preise, die sich auf den Strommarkt (dynamische Stromtarife) und die Stromnetze (dynamische Netzentgelte) fokussieren, können gezielt Anreize geschaffen werden. Dynamische Preissignale ermöglichen es in ihrer Überlagerung gezielt sowohl markt- als auch netzdienliche Anreize für Verbraucher und Erzeuger zu schaffen. So können sowohl Flexibilität und die Integration von erneuerbaren Energien angereizt werden, wodurch die Preise für erneuerbaren Strom auf dem Strommarkt stabilisiert werden, als auch Netzengpässe reduziert oder vermieden werden, was die Kosten für den Netzausbau und Redispatch verringert. Während dynamische Strompreissignale durch die Strombörsen in höheren Netzebenen bereits weit verbreitet sind und durch dynamische Stromtarife auch zunehmend Anwendung in Privathaushalten finden, sind Netzentgelte noch weitestgehend statisch ausgestaltet. Ein erster Vorstoß in Richtung einer Dynamisierung stellt der im Jahr 2024 novellierte § 14a EnWG dar, der ein optionales zeitvariables Netzentgelt auf der Niederspannungsnetzebene für Haushalte mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen vorsieht. Im Rahmen der aktuell laufenden Festlegung der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) geht die Bundesnetzagentur noch einen Schritt weiter: dynamische Netzentgelte sollen als zentraler Baustein die Anreizfunktion zur netzdienlichen Netznutzung setzen und damit zur Reduzierung von Redispatch- und Netzausbaukosten beitragen.

Elias Schiafone

Experte Start-up-Ökosystem

Portraitfoto Elias Schiafone SET Hub Team

Vor diesem Hintergrund zielt das geplante Pilotprojekt darauf ab, die Reaktion steuerbarer Verbrauchseinrichtungen (SteuVE) auf kombinierte dynamische Preisanreize aus Börsenstrompreisen und dynamischen Netzentgelten zu untersuchen. Dabei soll empirisch untersucht werden, wie die Übermittlung der Preise über die iMSys-Infrastrukturt realisiert werden kann, wie sich Lasten im Netz verschieben, welche netzdienlichen Effekte entstehen und wie sich diese auf aktuell bestehende und neu entstehende Geschäftsmodelle zur Flexibilisierung auswirken. Damit liefert das Projekt wichtige Grundlagen für aktuelle regulatorische Prozesse, die Nutzung der iMSys-Infrastruktur für Mehrwerte gegenüber den Verbrauchern wie auch dem Energiesystem und für neue Geschäftsmodelle, die auf Flexibilität, automatisierte Steuerungslösungen und präzise Preissignale aufbauen.

Das Projekt ist öffentlich ausgeschrieben. Die Angebotsfrist ist der 01.03.2026.

Zur Ausschreibung auf evergabe.de 

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